Feuchtraumfarbe – Schimmel ade ?!

Feuchtraumfarbe - Schimmel ade ?!

Moin Leute,
heute dreht sich alles um das Thema Feuchtraumfarbe. Ich erkläre euch was Feuchtraumfarbe ist und wie ihr mit einer Feuchtraumfarbe Schimmelbildungen in Bad & Küche umgeht. Doch zuvor erstmal kurz zu mir:
mein Name ist Andy.
Ich bin selbstständiger Maler (Meister) in Husum Nordfriesland, sowie Umgebung.
Neben meiner Arbeit betreibe ich nebenher auch noch aus Passion an meinem Malerhandwerk einen YouTube-Channel. Da zeige ich euch u.a. Einblicke in den Tag eines Malermeisters und nehme euch auch auf meine Baustellen mit.
Ich verlinke euch meinen Channel gerne unter diesem Beitrag.

In dem heutigen Blogbeitrag möchte ich näher auf das Thema: „Feuchtraumfarbe“ eingehen. Farben für Bad & auch Küche.

Wer meinen vorletzten Beitrag gelesen hat weiß, dass es da um Feuchtigkeitsschutz im Bad ging.
(Wer noch nicht -> Link ist hier)
Und genau da möchte ich heute anknüpfen.
Feuchtraumfarbe muss wie immer beim Streichen richtig angewendet werden und daher gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Was ist Feuchtraumfarbe denn genau?!

Feuchtraumfarbe ist eine Wandfarbe, die mit ihren Eigenschaften besonders gut für Badezimmer, Küchen und andere feuchte Räume geeignet ist. Sie kann Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben.
Sollte es sich allerdings um undichte oder dauerfeuchte Räume handeln, hilft natürlich auch die beste Feuchtraumfarbe nichts.
Wird die Wand bspw. von außen feucht, muss die Wand zuerst trockengelegt und saniert werden, bevor sie frisch gestrichen werden kann.
Feuchtraumfarbe hat einen anderen PH-Wert wie normale Wandfarbe. Dadurch bietet sie längerfristig Schutz vor Schmutz und Schimmel.
In der Küche bspw. ist das Problem nicht unbedingt die Feuchtigkeit, sondern der Schmutz an der Wand der beim Kochen oft entsteht.
Bei einer herkömmlichen Wandfarbe können Wasserdampf, verschiedene Dünste und Schmutz einfacher in die Wand eindringen und das Wachstum von Schimmelpilzen steigt.

FAZIT: Feuchtraumfarben für Küche & Bad müssen einiges aushalten!

-> Eine hohe Abriebfestigkeit & Wasserbeständigkeit damit sich die Wände auch mit einem feuchten Schwamm + Seife abwaschen lassen.
-> Außerdem eine gute Resistenz gegenüber Schimmel.
Wichtig:
Nichts desto trotz sollte man auch mit der besten Feuchtraumfarbe immer regelmäßig lüften und auf ein gutes Klima achten!

Vorsicht auch bei „Anti-Schimmel“ Farben!

Diese unterscheiden sich sehr zur Feuchtraumfarbe.
Sie enthalten Biozide oder Fungizide (Chemikalien) welche gegen Schimmel vorbeugen sollen.
Diese werden jedoch nach dem Streichen permanent in die Luft abgegeben und sind daher nicht unbedenklich für Gesundheit & Umwelt!
(Ich verlinke euch hier mal noch einen Beitrag von mir zu Öko-Wandfarbe)

Kalkfarbe oder Silikatfarbe?!

Natürliche Feuchtraumfarben enthalten keine Fungizide und basieren auf mineralischen Bindemitteln und Farbstoffen.
-> Eine solche natürliche Schutzfarbe ist die Kalkfarbe.
Reine Kalkfarben sind diffusionsoffen und stark alkalisch.
Der hohe pH-Wert und die Wasserdampfdurchlässigkeit der Feuchtraumfarbe führen zu einer besseren Luftzirkulation.
Kalkfarben passen super zum Thema „gesundes Wohnen“.
Sie eignen sich für Allergiker und sensible Personen.
Beim ökologischen Bauen, Sanieren oder Renovieren werden Kalkanstriche häufig verwendet um ein gesundes Raumklima zu schaffen.
Bei Feuchtraumfarben kommt es auch auf ein ausgewogenes Verhältnis von Diffusionsoffenheit und Abriebfestigkeit an.
Ein Nachteil der reinen Kalkfarbe ist, dass sie nicht 100% abriebfest ist. Wenn man den Kalkanstrich mit dem Schwamm oder der Bürste bearbeitet geht ein wenig Farbe ab.
-> Um die Abriebfestigkeit der Kalkfarbe zu erhöhen, muss sie nach dem Streichen für mindestens 24 Stunden feucht gehalten werden. (z.B. durch besprühen)
-> Außerdem sollten immer mehrere Aufträge erfolgen, was die Verarbeitung etwas aufwendiger macht.
Es gibt auch noch Dispersions-Kalkfarben.
Diese enthalten außer dem mineralischen Bindemittel (Kalk) noch ein organisches Kunststoff-Bindemittel, nämlich die Dispersion.
(Gemisch aus Wasser und fein darin verteilten Kunststoff- oder Kunstharzpartikelchen).
Durch diesen Dispersionsanteil wird die Farbe leichter zu verarbeiten und haftet besser auf dem Untergrund.
Auch die Abriebfestigkeit wird dadurch erhöht.
-> Abwaschbare Feuchtraumfarbe mit hohem Dispersionsanteil ist jedoch nicht mehr so atmungsaktiv wie eine reine Mineralfarbe.Silikatfarben sind ebenfalls reine Mineralfarben.
Anders als Kalkfarben sind sie jedoch nach dem Trocknen abriebfest.
-> Der Nachteil dabei ist, in feuchtem Zustand sind sie wegen ihrer hohen Alkalität stark ätzend und dürfen nur mit geeigneter Schutzkleidung und Schutzmaßnahmen (Atemschutz) verarbeitet werden!
Auch bei den Silikatfarben gibt es Varianten mit Dispersionsanteil, diese kann man direkt gebrauchsfertig kaufen.
Reine Silikatfarben bestehen dagegen immer aus zwei Komponenten, die vor dem Streichen zusammengerührt werden müssen.

Feuchtraumfarbe verarbeiten

Feuchtraumfarbe darf man nicht auf die Tapete oder den alten Anstrich streichen, sondern direkt auf den Putz.
Das Tapetenmaterial (z. B. Papier) würde die Schutzwirkung der Farbe zum Großteil wieder aufheben.
Außerdem besteht die Gefahr, dass die Feuchtraumfarbe auf dem Untergrund gar nicht richtig haften kann.
Silikatfarben brauchen mineralische Untergründe (Stein, Beton, Kalk oder Zementputz) mit denen sie sich beim Trocknen dauerhaft chemisch verbinden.
Mit Kalkfarben können Sie mineralische Putze und auch organischen Lehmputz überstreichen.
Bei Gipsputzen sollte man vorher eine entsprechende Mineralputzgrundierung auftragen.
Zum Überstreichen von Tapeten oder Dispersionsfarbanstriche sind auch diese Feuchtraumfarben nicht geeignet.
In der Küche sind die Ansprüche an die Feuchtraumfarbe noch einmal anders.
Sie müssen sich besonders gut abwaschen lassen.
-> Bei Küchenfarben sollte man also auf eine hohe Abriebbeständigkeit achten.
-> Die höchste Abriebbeständigkeit und damit Reinigungsfähigkeit haben Farben der Klasse 1 & 2.
Um möglichst wohngesund zu arbeiten, achtet auf das Symbol „Blauer Engel“ mit dem Umweltsiegel des deutschen Umweltbundesamtes.
Mit diesem sind schadstoffarme Farben und Lacke gekennzeichnet!
Ich hoffe das Thema Feuchtraumfarbe war interessant für euch!
Gerne stehe ich euch hierzu mit einem Erstgespräch beratend zur Seite!
In Husum & Umgebung, sowie auf Anfrage natürlich auch in anderen Städten.
Als Malermeister lege ich großen Wert auf erstklassige Produkte & 1A Ergebnisse!
Wenn ihr also Fragen oder Wünsche habt, lasst es mich gerne wissen. Wie ihr sicher alle wisst, liegt mir mein Wandwerk wirklich am Herzen. Aus diesem Grund gebe ich mein Wissen gerne weiter. Ich schreibe euch jeden Sonntag einen Blog. Hier gehts zu meinen Blogbeiträgen rund ums Malerhandwerk: zum Blog. 
Bis dahin,

euer Malermeister Andy

Individuelle Beratung

Für eine Beratung schreibt mir gerne eine Mail an:
info@malermeister-andy.de

2 Comments

  • Janina Hauser
    Posted 20. April 2021 um 8:04 0Likes

    Hallo Andreas,
    sehr interessantes Thema. Befasse mich mit so einer ähnlichen Sache. Würde gerne meine Küche tapezieren, weil ich das einfach schöner finde.
    Ich bin mir unschlüssig inwiefern das umsetzbar ist. Meine Bedenken sind die Dämpfe in der Küche und auch ab und zu Fettflecken vom Kochen.
    Da ist eine Tapete fast nicht möglich oder?

    VG, Janina Hauser

  • Trackback: Tapete in der Küche - geht das ?! | Malermeister Andy

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